„Ich heize mit einem Kaminofen mit Warmwasser-Wärmetauscher. Die Heizkörper sind schön warm, und plötzlich fällt der Strom aus. Aber das Feuer brennt weiter. Was passiert mit dem Wasser im Wärmetauscher? Kann es nicht anfangen zu kochen?“
Dies ist eine der wichtigsten Fragen, die sich jeder Besitzer eines Herdes mit Warmwasser-Wärmetauscher stellen sollte.
Im Gegensatz zu automatischen Pelletöfen benötigen herkömmliche Holzöfen keinen Strom für die Verbrennung.
Das Feuer brennt auch dann weiter, wenn die Umwälzpumpe stoppt.
Und genau das könnte das Problem sein.
Warum ist ein Stromausfall gefährlich für Herde mit Wärmetauscher?
Kaminöfen mit Warmwasser-Wärmetauscher übertragen einen Teil der erzeugten Wärme auf das Heizwasser, das dann in Heizkörper, eine Fußbodenheizung oder einen Speichertank fließt.
In Systemen mit Zwangsumlauf sorgt eine elektrische Umwälzpumpe für die Wasserzirkulation.
Bei Stromausfall stoppt die Pumpe.
Aber das Holz brennt noch immer im Feuerraum und der Wärmetauscher nimmt weiterhin Wärme auf.
Wenn keine andere Methode zur Wärmeabfuhr vorhanden ist, kann die Temperatur des Wassers im Wärmetauscher rasch ansteigen.
Im Extremfall kann das Wasser kochen, der Druck kann sprunghaft ansteigen und das gesamte System kann gefährlich werden.
Daher müssen Öfen mit Warmwasser-Wärmetauscher ordnungsgemäß vor Überhitzung geschützt werden.
Was passiert, wenn das Wasser im Wärmetauscher zu kochen beginnt?
„Es ist nur Wasser. Die maximale Temperatur, auf die es sich erhitzen kann, beträgt 100 °C, richtig?“
So einfach ist es nicht.
Der Siedepunkt von Wasser hängt vom Druck ab. In einem geschlossenen Druckheizsystem kann Wasser eine Temperatur erreichen, die höher ist als 100 °C, ohne sofort zu kochen.
Ändern sich jedoch die Bedingungen und beginnt sich Dampf zu bilden, kann es zu einer raschen Volumenausdehnung und gefährlichen Druckverhältnissen kommen.
Ein ordnungsgemäß konzipiertes System enthält daher Sicherheitsmechanismen, um zu verhindern, dass die zulässigen Betriebsbedingungen überschritten werden.
Man kann sich nicht darauf verlassen, dass überhitztes Wasser von selbst abkühlt.
1. Was ist ein Nachkühlkreislauf und wie funktioniert er?
Eine Methode zum Schutz vor Überhitzung ist die Nachkühlung oder der Kühlkreislauf.
Hierbei handelt es sich um einen separaten Sicherheitswärmetauscher, der bei einigen Öfen mit Warmwasserwärmetauscher verbaut ist.
Wenn die Wassertemperatur einen festgelegten Grenzwert erreicht, lässt das entsprechende thermische Sicherheitsventil Kühlwasser durch den Kreislauf fließen.
Dadurch wird überschüssige Wärme abgeführt und das erwärmte Kühlwasser fließt in einen sicher entsorgten Abfall.
Wichtig ist, dass ein solches System ohne Strom funktionieren kann.
Es gibt jedoch eine entscheidende Bedingung: Die Kühlwasserversorgung muss auch bei einem Stromausfall gewährleistet sein.
Wenn Sie beispielsweise Wasser aus einem Brunnen mit einer elektrischen Pumpe fördern, erhält der Nachkühlkreislauf bei einem Stromausfall möglicherweise nicht das benötigte Wasser.
Daher kann das bloße Vorhandensein eines Nachkühlkreislaufs nicht als Sicherheitsgarantie gelten. Er muss korrekt angeschlossen sein und die Bedingungen für seine Funktion müssen gewährleistet sein.
2. Hilft eine Notstromversorgung für die Umwälzpumpe?
Ja, ein fachgerecht ausgelegtes Notstromaggregat kann sehr nützlich sein.
Wenn die Umwälzpumpe und die notwendigen Steuerungen während eines Stromausfalls funktionsfähig bleiben, kann das Wasser weiterhin Wärme vom Wärmetauscher an das Heizsystem abgeben.
Aber auch hier reicht es nicht, einfach die erstbeste Notstromversorgung zu kaufen.
Sie muss für die jeweilige Pumpe geeignet sein, über ausreichende Leistung und Kapazität verfügen und die Stromversorgung aller für eine sichere Wasserzirkulation notwendigen Komponenten gewährleisten.
Es ist außerdem wichtig, während eines Stromausfalls für ausreichend Wärmeverbrauch zu sorgen.
Die Datensicherung wird nicht unbegrenzt bestehen.
Eine USV kann ein wichtiger Bestandteil der Sicherheit sein, ersetzt aber nicht automatisch andere für ein bestimmtes System vorgeschriebene Sicherheitsfunktionen.
3. Kann Wasser ohne Pumpe zirkulieren?
Ja, in manchen Heizsystemen ist eine Schwerkraftzirkulation möglich.
Dabei wird der Dichteunterschied zwischen heißem und kaltem Wasser genutzt. Ein entsprechend ausgelegtes Rohrleitungssystem kann unter bestimmten Bedingungen Wärme sogar ohne elektrische Pumpe transportieren.
Das heißt aber nicht, dass die Schwerkraft in jedem Haus funktioniert.
Es hängt beispielsweise von Höhenverhältnissen, Rohrdurchmessern, hydraulischem Widerstand und der Verbindung einzelner Elemente ab.
In einem typischen modernen System mit Zwangsumlauf kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass das Wasser nach dem Abschalten der Pumpe von selbst ausreichend zu zirkulieren beginnt.
Die Wärmeableitung durch Schwerkraft muss Bestandteil einer professionell konzipierten Lösung sein.
4. Reichen ein Sicherheitsventil und ein Ausdehnungsgefäß aus?
„Ich habe einen Ausdehnungsbehälter und ein Sicherheitsventil an meinem Herd. So bin ich geschützt.“
Nicht unbedingt.
Der Ausdehnungsbehälter dient dazu, Volumenänderungen des Wassers beim Erhitzen auszugleichen.
Das Sicherheitsventil schützt das System vor Überschreitung des vorgegebenen Drucks, indem es das Medium ablaufen lässt, sobald der Öffnungsdruck erreicht ist.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese Elemente allein die gesamte in einem brennenden Ofen erzeugte Wärme sicher abführen können.
Ein Sicherheitsventil ist keine gängige Methode zur Temperaturregelung; sein wiederholtes Öffnen signalisiert ein Problem, das von Fachleuten behoben werden muss.
Die Sicherheit eines Festbrennstoffofens kann daher nicht allein anhand des Vorhandenseins eines Ausdehnungsgefäßes und eines Sicherheitsventils beurteilt werden.
5. Was soll ich tun, wenn der Strom während des Heizvorgangs ausfällt?
Stellen Sie sich vor, der Feuerraum ist voll und die Umwälzpumpe schaltet sich ab.
Am wichtigsten ist es, weitere Leistungssteigerungen zu verhindern und sich keiner Gefahr auszusetzen.
Sichere Grundprozedur:
- Keinen zusätzlichen Kraftstoff hinzufügen.
- Sofern die Anweisungen des Herstellers dies zulassen, sollte die Verbrennungsluftzufuhr auf eine für diesen Zustand vorgesehene Weise eingeschränkt werden.
- Versuchen Sie nicht, das Feuer durch Eingießen von Wasser in den Feuerraum zu löschen.
- Heiße Heizungsanlagen dürfen nicht geöffnet oder vom Stromnetz getrennt werden.
- Überwachen Sie das Gerät nur aus sicherer Entfernung und gemäß den Anweisungen des Herstellers.
Wenn Dampf austritt, plötzlich Wasser austritt, ungewöhnliche Geräusche auftreten, ein sichtbares Leck sichtbar ist oder andere Anzeichen einer Fehlfunktion auftreten, versuchen Sie nicht, das Problem selbst zu beheben.
Verlassen Sie den Gefahrenbereich und rufen Sie die Feuerwehr unter 150 oder 112 an.
Heiße Rohre, Ventile oder das austretende Wasser dürfen nicht berührt werden. Es besteht Verbrühungsgefahr.
Das konkrete Vorgehen im Falle eines Stromausfalls muss stets auf der Bedienungsanleitung des Ofens und der tatsächlichen Verkabelung der Heizungsanlage basieren.
6. Was ist, wenn ich einen Ofen mit einem Wärmetauscher habe, der an einen Speichertank angeschlossen ist?
Ein Wärmespeicher kann sehr nützlich sein, da er die vom Ofen erzeugte Wärme speichern kann.
Allerdings gewährleistet dies allein keine sichere Kühlung des Wärmetauschers im Falle eines Stromausfalls.
Wenn zwischen Ofen und Tank eine elektrische Umwälzpumpe benötigt wird, kann deren Abschalten die Wärmeübertragung unterbrechen.
Der Speichertank ist daher Teil der Wärmemanagementlösung und kein automatischer Ersatz für den Sicherheitsschutz gegen Überhitzung.
7. Was passiert, wenn der Strom zu Hause häufig ausfällt?
Wenn Sie in einer Gegend mit häufigen Stromausfällen wohnen, sollten Sie diese Situation vor der Installation des Ofens klären.
Ein Experte sollte den jeweiligen Ofen, seine Wasserleistung und den Anschluss des gesamten Heizsystems beurteilen.
Je nach Konstruktion und Herstellervorgaben können eine Notstromversorgung der Pumpen, eine ordnungsgemäß ausgelegte Nachkühlung oder andere zugelassene Sicherheitsmaßnahmen angebracht sein.
Es ist wichtig, dass der Schutz nicht nur im Normalbetrieb funktioniert, sondern auch dann, wenn eine große Menge Brennstoff verbrannt wird und die Stromversorgung plötzlich unterbrochen wird.
8. Woran erkenne ich, ob mein Herd richtig befestigt ist?
Prüfen Sie zunächst das technische Handbuch für das jeweilige Modell.
Der Hersteller gibt üblicherweise die Anforderungen an den Anschluss des Heizsystems und den Schutz vor Überhitzung vor.
Wenn Sie nicht wissen, welche Art von Sicherheitssystem in Ihrem Haus installiert ist, wenden Sie sich an ein professionelles Heizungsunternehmen.
Besonders wichtig ist es, Systeme zu überprüfen, die verändert oder erweitert wurden oder bei denen der Herd in der Vergangenheit ausgetauscht wurde.
Die Tatsache, dass die Heizung mehrere Jahre lang problemlos funktioniert hat, beweist nicht, dass sie auch im Falle eines plötzlichen Stromausfalls sicher ist.
Was können Sie daraus mitnehmen?
Kaminöfen mit Warmwasser-Wärmetauscher können im Falle eines Stromausfalls ein anderes Risiko darstellen als herkömmliche Öfen ohne Wärmetauscher.
Das Feuer erzeugt weiterhin Wärme, aber die Umwälzpumpe könnte ausfallen.
Wird eine sichere Abfuhr überschüssiger Wärme nicht gewährleistet, kann das Wasser überhitzen und es kann zu einem gefährlichen Druckanstieg kommen.
Die Lösung ist ein fachgerecht konstruiertes und gesichertes Heizsystem, das den Anforderungen des Ofenherstellers entspricht.
Und zum Schluss noch ein wichtiger Ratschlag:
Warten Sie nicht auf den ersten Stromausfall, um herauszufinden, wie gut Ihre Heizung geschützt ist.
