„Der Schornsteinfeger hat mir gesagt, ich solle den Deflektor überprüfen. Aber ich habe keine Ahnung, was das ist oder wo ich danach suchen soll.“
Auf den ersten Blick wirken Kaminöfen einfach: Feuerraum, Tür, Glasscheibe und Rauchrohr. Doch im Inneren befinden sich mehrere wichtige Bauteile, die die Verbrennung, die Wärmeübertragung und die Betriebssicherheit beeinflussen.
Lasst uns sie Schritt für Schritt vorstellen.
1. Feuerraum – ein Ort, an dem Holz verbrannt wird
Der Feuerraum ist der Raum, in dem der Brennstoff hinzugefügt wird und in dem die Verbrennung stattfindet.
Seine Größe, Form und Konstruktion beeinflussen beispielsweise die empfohlene Länge der Holzscheite, die Art der Verbrennungsluftzufuhr und den Verlauf der Verbrennung.
Die Innenwände des Ofens sind oft mit einer feuerfesten Auskleidung geschützt.
2. Auskleidung aus Schamotte oder Vermiculit
Das sind die Bretter oder Armaturen, die man an den Wänden mancher Öfen sieht.
Sie schützen die Ofenkonstruktion vor direkter Einwirkung hoher Temperaturen und tragen zur Schaffung geeigneter Verbrennungsbedingungen bei.
Feuerfester Ton ist ein dichteres Material, das Wärme gut speichert.
Vermiculit ist leichter und besitzt ausgeprägtere Wärmedämmeigenschaften.
Es handelt sich hierbei nicht um zwei beliebig austauschbare Varianten. Jede Ofenkonstruktion ist für bestimmte Materialien und deren Eigenschaften ausgelegt.
3. Deflektor – welchen Zweck hat die Platte über dem Feuer?
„Wenn ich den Ofen öffne und nach oben schaue, sehe ich dort ein Brett. Ist das nicht ein unnötiges Hindernis für den Rauch?“
Das ist es nicht.
Ein Deflektor, der manchmal auch als Rauchgasverteiler oder Rauchschutz bezeichnet wird, hilft dabei, den Strom heißer Rauchgase am oberen Ende des Feuerraums zu lenken.
Bei vielen Konstruktionen verhindert dies, dass die Rauchgase auf dem kürzesten Weg direkt in den Schornstein strömen.
Je nach Ausführung trägt dies dazu bei, geeignete Bedingungen für die Verbrennung brennbarer Gase und den Wärmeaustausch zu schaffen.
Der Deflektor kann beispielsweise aus Stahl, Gusseisen, Schamotte oder Vermiculit gefertigt sein.
Manche Öfen verfügen über mehrere Heizelemente.
Kann ich auch ohne Deflektor heizen?
Wenn der Deflektor ein baulicher Bestandteil des Ofens ist, darf er nicht willkürlich entfernt werden.
Ohne sie können sich der Abgasstrom, die Temperaturbelastung anderer Teile des Geräts und die Verbrennungsbedingungen verändern.
Falls der Deflektor Risse bekommt, aus seiner Halterung fällt oder beschädigt wird, befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers.
Ersetzen Sie beschädigte Teile nicht durch eigene Blechteile oder andere improvisierte Teile.
4. Rost – muss jeder Ofen einen haben?
Das muss er nicht.
Der Rost bildet bei manchen Öfen den unteren Teil des Feuerraums. Er lässt die Asche in den Aschenbecher fallen und ermöglicht, je nach Bauart, auch die Luftzufuhr von unten.
Es kann fest oder beweglich sein, zum Beispiel drehbar oder neigbar.
Es gibt jedoch auch rostlose Öfen, bei denen der Brennstoff auf dem gesamten Boden des Brennraums verbrennt.
Das Fehlen eines Rostes bedeutet nicht automatisch, dass der Ofen schlechter konstruiert ist.
5. Aschenbecher – wo wird die Asche aufbewahrt?
Der Aschenbecher fängt die Asche auf, die durch den Rost fällt.
Bei manchen Öfen ist sie als ausziehbare Schublade ausgeführt, bei anderen wird die Asche direkt aus dem Feuerraum entfernt.
Daher verfügen nicht alle Herde über einen separaten Aschenbecher.
Befolgen Sie bei der Reinigung die Empfehlungen des Herstellers. Selbst scheinbar abgekühlte Asche kann noch heiße Brennstoffreste enthalten.
6. Primär-, Sekundär- und Tertiärluft
„Warum hat der Ofen mehrere Lufteinlässe? Würde einer nicht genügen?“
Unterschiedliche Lufteinlässe können helfen, die verschiedenen Phasen der Verbrennung zu steuern.
- Primärluft Bei vielen Konstruktionen wird es in den unteren Teil des Feuerraums oder unter den Brennstoff eingespeist.
- Sekundärluft Es kann die Verbrennung brennbarer Gase über dem Brennstoff unterstützen und in manchen Öfen auch die Innenseite der Scheibe reinigen.
- Tertiärluft Bei einigen Ausführungen wird es durch zusätzliche Öffnungen in den oberen oder hinteren Teil der Brennkammer geleitet und unterstützt die Verbrennung der Gase.
Nicht alle Öfen verfügen über alle drei Einlässe separat, und diese lassen sich nicht immer einzeln regulieren.
Deshalb sollten Sie bei der Bedienung die spezifischen Anweisungen befolgen und nicht der allgemeinen Regel folgen, dass alle Hebel gleich funktionieren.
7. Türdichtung und hitzebeständiges Glas
Die Tür ermöglicht das sichere Nachlegen von Brennmaterial und das anschließende Schließen des Feuerraums.
Durch ihre Abdichtung wird das Eindringen unerwünschter Luft außerhalb der vom Hersteller festgelegten Bereiche eingeschränkt.
Wenn die Dichtungsschnur nicht mehr richtig abdichtet, kann sich der Verbrennungsprozess und die Ofensteuerung verändern.
Die Verglasung besteht üblicherweise aus spezieller hitzebeständiger Glaskeramik, nicht aus gewöhnlichem Fensterglas.
Beschädigte oder anderweitig gefährliche Verglasungen müssen vor der weiteren Nutzung behoben werden.
8. Rauchabzug und Rauchrohr
Der Rauchabzug ist der Auslassteil des Ofens, an den der Rauchabzug angeschlossen ist.
Der Rauchabzug leitet die Abgase dann in den Schornstein.
Je nach Modell kann der Auslass oben, hinten oder verstellbar sein.
Für eine sichere Installation ist es wichtig, den vorgeschriebenen Durchmesser, die Verbindungsmethode und die Anforderungen einzuhalten.
Was können Sie daraus mitnehmen?
Jedes Teil eines Kaminofens hat seinen eigenen Zweck.
Der Deflektor lenkt den Abgasstrom, die Auskleidung schützt den Feuerraum und trägt zur Schaffung geeigneter Verbrennungsbedingungen bei, die Lufteinlässe beeinflussen die Verbrennung und die Dichtung hilft, deren ordnungsgemäße Regulierung aufrechtzuerhalten.
Deshalb sollten Sie niemals willkürlich Teile vom Herd entfernen, nur weil Sie denken, dass sie unnötig sind.
Und wenn Sie nicht wissen, wofür ein bestimmtes Teil gedacht ist, ist es am besten, im technischen Handbuch des jeweiligen Modells nachzuschlagen.
